Mein Freund, der Baum. Eine Eiche. Baum meiner Kindheit.

Pflanzen, die Natur, Bäume, Tiere – all das ist schon immer Teil meines Lebens. Als Kind verbrachte ich unendliche Stunden in Wäldern, auf Wiesen, beobachtete Grashüpfer, Ameisen, suchte Kleeblätter mit vier Blättern, ließ mich sonnen, hatte Kontakt zu Wildtieren, aber verbrachte auch Stunden in Hühnerställen, bei Schafen oder Ziegen, hatte eine Ente als Haustier, sammelte alles ein, was ich finden konnte. Ich habe auch noch eine Erinnerung, wie ich als Kind, so um die vier Jahre alt, hinter einem riesigen Pferd auf einem Weg, heute würde man das Trail nennen, zur Weide hinterher lief. Kein Erwachsener weit und breit. Wenn ich meine Ruhe wollte, besuchte ich eine Eiche, ich kletterte hoch und saß auf einem Ast. Diese Eiche besuche ich noch heute, wenn ich in der Gegend bin.

In den Wäldern, in der Natur ist mir nie etwas Schlimmes passiert, auch wenn es Begegnungen gab, wo es durchaus für ein Kind, welches alleine unterwegs war, hätte gefährlich werden können.

Auch in den dunkelsten Stunden bot mir die Natur stets Schutz und Geborgenheit.

Heute habe ich den Eindruck, ich stand unter einem besonderen Schutz und das wird es sein, was mich immer wieder dorthin zieht. Ich versuche, mir ein Leben zu erschaffen, welches auch im Alltag all das bietet. Behaglichkeit, Schutz, Freiheit, Vertrauen, eingebettet in Natur, Wald, Wiesen mit den Tieren. Aber nicht als einziger Mensch. Trotz vieler unschöner, menschlicher Erlebnisse, sind es gerade die Schönen, die in meinem Herzen verankert sind und dafür sorgen, dass es nicht versteinert, dass es an das Gute glaubt und die Hoffnung innehält, dass ein Leben in einer kleinen Gemeinschaft so viel schöner sein kann, als anonym und alleine irgendwo – auch nicht in der Pampa irgendwo alleine. Niemand kann auf Dauer alleine überleben, dafür sind wir nicht geschaffen. Wir Menschen sind soziale Wesen. Dieses Wissen haben wir tief in uns verankert. Es ist mein Antrieb und ich versuche es nicht alleine mit mir klar zu machen, sondern in die Welt zu tragen. Das ist ein langer Weg gewesen – dies überhaupt anzuerkennen, zu akzeptieren und zu versuchen. Den Mut aufzubringen, auf Widrigkeiten zu stoßen, zu akzeptieren, dass gesellschaftliche Aspekte, Verordnungen, Gesetzte, usw. manchmal eben doch am längeren Hebel sitzen, zu erkennen, dass es auch hierfür finanzieller Mittel bedarf, ein Thema zu dem ich heute noch kein gutes Verhältnis habe, was eine meiner größten persönlichen Baustellen ist. Da es negativ behaftet ist

MUT – 2009 kündigte ich meine unbefristete Arbeitsstelle um Tier- und Kinderfotografin zu sein.

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Schon als Kind, ich weiß es noch genau, war ich überfordert mit Stadt, Trubel, Hektik, in der Schule herumsitzen, hinter Gittern im Kindergarten spielen. Für viele machte ich früher schon den Eindruck, nicht von << dieser Welt >> zu sein. Das belastete mich lange, ich wollte doch dazugehören. Doch wozu? Ich erinnere mich an eine Situation an der Schule mit zwei Jungs, sie quälten eine Ratte. Steckten sie in eine Tüte und klatschten sie an die Hauswand, bis sie tot war. Es war furchtbar schrecklich für mich miterleben zu müssen. Ich schrie und weinte, doch das schien sie noch mehr anzutreiben. Sie ließen die Tüte liegen, ich packte die Ratte aus, war so traurig, dass sie so einen sinnlosen Tod finden musste. Oh und jetzt wo ich es schreibe, sehe ich mich in Bexbach (Saarland) vor so einem Ponyzelt wieder. Ihr werdet es kennen, da laufen die Ponys alle in einem winzigen Kreis den ganzen Tag hintereinander und sehen nur den Hintern des vorderen Ponys, ertragen schreiende Kinder und glucksende Eltern, dazu nervtötende Kirmesmusik. Ich habe in Erinnerung, wie ich da stand, beobachtete und wie mich meine Tante hochhob um mich auf ein Pony zu setzen. Mein Papa war auch dabei, ich sah ihn zum ersten Mal in diesen Tagen. Er wirkte stolz, ich lachte und doch spürte ich , dass die Ponys aufgegeben haben. Und dass es nicht richtig war. Es war das erste und letzte Mal, dass ich so ein Ponykarussell „genutzte“ hatte. Die Tage danach, besuchte ich die Ponys und beobachtete, was geschah mit ihnen nach ihrem Tag? Sie kamen in ein Gitter, dort stand ich und schaute sie an. Ich sagte kein Wort. Wollte ich DAZU gehören? NEIN! Ganz sicher nicht.

fotografieren in der Natur, das war viele Jahre meine Meditation. Sofern es privat und ohne Anspruch auf die Erfüllung anderer Wünche war.

Doch die Welt besteht ja nicht nur als solch schrecklichen Geschehnissen, es gibt ja auch gute Menschen, intakte Familien, liebevolle Beziehungen. Wann immer ich eine solche Begegnung hatte, sog ich sie in mir auf, sie nährten mich und doch war ein großer Mangel in mir, der bis heute auch noch nicht aufgefüllt ist. Als Kind versucht man natürlich, da man in Abhängigkeit steht, dies über das Außen zu bekommen, wenn man es nicht anders gelernt hat. Das verankert sich dann, es entstehen Glaubenssätze, die einen im Erwachsenenalter wieder begegnen.

So schwankte ich immer zwischen einer Abgeschiedenheit von den meisten Menschen und einem Versuch, irgendwie durch Verändern meines Verhaltens oder Aussehens doch zu einer Gruppierung zu gehören. Vieles hab ich ausprobiert, natürlich Shoppen, Partys, viele Smalltalks, usw.. Doch es wirkte nie echt von mir auf andere und das war es auch nicht. Ich habe nichts dagegen mal in die Stadt zu gehen, mal ins Kino, gehe auch ml gerne auswärts frühstücken, doch war dies nicht mein „Lebensraum“. – es war schon immer so: Wenn ich nach Hause kam, den Hund zu schnappen, spazieren gehen – PUH – ENDLICH RUHE 🙂 Frische Luft, bei Wind und Wetter.

Erst heute, mit Mitte 30, kommen mir einige Situationen neu ins Gedächtnis, längst vergessen geglaubte Erlebnisse oder jene, die ich ganz anders in Erinnerung hatte. Sie lassen mich diese neu erleben. Denn vor einiger Zeit hatte ich eine wichtige Erkenntnis: Auf dem Weg habe ich mich selbst irgendwo verloren und somit auch den Zugang zur geheimen Welt der Pflanzen und auch Tiere. Es war wie eine abgerissene Verbindung. Freunde von mir werden bestätigen, dass ich überhaupt keinen grünen Daumen besaß, alle Pflanzen gingen ein, der Versuch zu Gärtnern endete in dürren Beeten oder etwas, was da gar nicht wachsen sollte, meine erste geerntete Zuchini schmeckte so scheußlich, dass wir vor Lachen bald unterm Tisch lagen.

Wieso ist das heute anders?

Während ich mit den Hunden zwar tgl. draußen war, so war ein Teil doch noch drinnen, verschlossen. Ein verletzlicher. Ganz tief. Erst heute weiß ich, dass meine Hündin Anka diesen Blick in das Verschlossene hatte, doch ich kämpfte so oft dagegen an. Sie hatte nicht immer ein leichtes Leben mit mir, auch wenn meine Liebe grenzenlos zu ihr war.

Zugang zum inneren, eigenen, verletzlichen Kern Dank der Tiere in der Natur

Durch die Ponys und Ziegen fand ich zaghaft den Zugang zu den Pflanzen, als ich auf Menschen traf, die das, was ich als Kind lebte, mit ihren Pferden und in ihrem Alltag leben. SEIN mit den Tieren in der Natur, losgelöst von konventionellen, eingesperrten Ansichten. Ihr müsst wissen, dass ich eigentlich nie ein Pony halten wollte oder gar mehrere. Doch Flummi sah das anders, im Sommer 2012. Seit November 2012 ist er an meiner Seite – das sind nun über 6 Jahre und gerade diesen Monat ist er selbst 9 Jahre alt geworden. Wahnsinn, wie die Zeit rennt und wie lange er es schon mit mir aushält 😉 Flummi kam jedenfalls zu mir um mir bei meiner großen Lebensaufgabe zu helfen und er stellte mich sofort unter zig Proben. Z.B. wegreißen im Wald, vor gelben Säcken steigen und völlig ausflippen, bei Sturm nervös werden und doch – einem kleinen 2 jährigen Kind krümmte er kein einziges Haar, welches ihn am Strick halten wollte, welches sich auf seinem Rücken in die Mähne kuschelte. Er war wild und doch sanft. Ich war auf einem Hof für Natural Horsemanship und bestaunte schon länger,

Kleines, starkes Pony, ließ sich niemals brechen und lehrte mich, den Mut aufzubringen zu sein, wer ich bin, egal auf welcher Seite des Zauns ich stehe.

wie die Pferde wie durch Zauberhand den Menschen jeden Wunsch von den Augen ablasen. Ein Teil von mir wollte das auch so – ich wollte Kontrolle über dieses unerwünschte Verhalten erlangen und meine erste Natural Horsemanship Stunde sah so aus: Pony bewegte sich keinen Meter. Er stemmte die Füße in den Boden und ich konnte machen, was ich wollte, Phase 4 traute ich mich noch gar nicht, aber ja – da war es also – ich wurde komplett verarscht von diesem winzigen Pony. So sah ich das damals, ich werde nicht ernst genommen, nie werde ich ernst genommen. Doch das einzige Wesen, was mich in dieser Halle ernst nahm, war das Pony. Wahrscheinlich dachte er, dass ich völlig verrückt geworden bin, wieso sollte er mit mir mitkommen, wenn ich vorhabe, ihn zu brechen? Doch genau das hatte ich vor, nur wusste ich es nicht. Das Ganze lief unter Partnerschaft aufbauen, das Pferd zum Freund machen. Ich musste Flummi nicht zum Freund machen. Er war es schon. Auch wenn er von mir unerwünschtes Verhalten zeigte. Was war wirklich unerwünscht? Den Spiegel vorgehalten zu bekommen war unerwünscht. Nicht sein Verhalten. Und was tat ich? Schwang den Stick und klatschte ihm das Seil auf den Po, bis er endlich lief. Doch der kleine Wurm nutzte jede Gelegenheit auszubrechen, sei es vom Paddock oder der Halle, er war ja so klein, dass er überall durchpasste. Und das tat er, das tut er noch heute, wenn ich auf dem Holzweg bin, wenn er sagt: „So meine Liebe, mach deinen Kram ohne mich weiter, ich mache das einfach, was du eigentlich auch willst, aber ich lasse mich nicht beeindrucken von irgendwelchen Auflagen, Gesetzten oder Stromzäunen. Die Welt da draußen ist da, immer ! Keiner kann dir oder mir oder irgend jemandem verbieten in die Welt hinaus zu ziehen. Schau, schwupp ich bin durch den Zaun und weg….tschüß.“

Wer seinem inneren Ruf folgt und auch die unliebsamen Teile akzeptiert, dem öffnen sich neue, ungeahnte Welten.

Heute haben wir 2019, den 26. Januar und eben begann ich eigentlich davon zu berichten, wie ich den Zugang zu den Pflanzen wieder fand , was hat das mit dem Pony zu tun? Ziemlich viel, denn alles hängt miteinander zusammen. Wir alle hängen mit allem zusammen, wir können uns nicht abtrennen. Und einen gemeinsamen Nenner gibt es hier noch: Das, wonach ich mich aus meiner Kindheit sehne, gibt es nur, wenn ich bereit bin, das was ich an Verletzungen in mir tief vergraben habe langsam heraus zu lassen. Zu akzeptieren, als Teil von mir anzuerkennen. So entstanden besonders in der Zeit seit Sommer 2017 so viele unglaublich lehrreiche, emotionale, wunderbare Situationen, Erlebnisse, Wanderungen, ich erlebte in Sequenzen oft, was es bedeutet, wieder eins zu sein, auch mit mir, mit allem, was mich umgibt. Und das war nicht immer von Schmerz ummantelt, ganz im Gegenteil, von einem Gefühl tief sitzender Seligkeit im Hier und Jetzt. Und plötzlich ploppten überall Dinge auf, ob es Bücher sind, Menschen, etwas, was ich irgendwo gelesen habe, Erfahrungsaustausch, eigene Erfahrungen, usw., die mir sagen JA ENDLICH DU HAST ES ANGEFANGEN ZU VERSTEHEN! Das sind Momente, in denen ich mit 4 Ponys frei auf der Koppel umher renne, die mir auch außerhalb der Koppel frei folgen, das sind die Momente, wo Hunde, Ziegen, Ponys alle friedlich miteinander in der Sonne dösen, unbeschreiblich. Und doch kommen sie zum Vorschein, die Situationen in denen die Verletzungen meines inneren Kindes anklopfen und sagen: Hallo, wir sind hier……wir wollen beachtet werden. Und dann kommt der Schmerz über mich und da ist er wieder, der Kampf im Alltag in der Gesellschaft, in der man funktionieren muss, kein Platz für so etwas ist. Und ich ertappe mich dabei, wie ich wieder versuche zu fliehen, weil es mir Angst macht. Doch wovor soll ich Angst haben? Unser inneres Kind möchte uns nicht quälen, es möchte eigentlich nur in den Arm genommen werden. Es möchte Teil haben an der Liebe, die ich ansonsten erfahre, es möchte nicht mehr im dunklen Verlies eingekerkert sein. Ja es weint, es sieht ziemlich wirr aus, war es doch die ganze Zeit im Dunkeln, es könnte auch mal wieder baden und sich frisch anziehen. Doch im Kern möchte es geliebt werden. Es ist ein Persönlichkeitsanteil, der in jedem von uns inne wohnt.

Pflanzen sind beseelte Wesen und sie kommunizieren mit uns.

Und wer sagt eigentlich, dass es immer ein „Entweder / Oder“ geben muss? Entweder Einöde in der Natur mit den Tieren oder Halli Galli in der Stadt? Ist das nicht wieder ein Glaubenssatz? Einer, den ich so gelernt habe, der aber gar nicht der realen Wahrheit entspricht?

Erinnern wir uns an Flummi: Bricht er aus dem Zaun aus, ist er in der Welt, vor ich ihn/mich abzuschirmen versuche und doch ist er niemand anders. Er ist das gleiche, kleine, wilde, schwarze Pony und das Gras auf der andern Seite schmeckt nicht anders, als das auf unserer Seite.

Tja – alles ziemlich wirr? Was hat das nun wieder mit Pflanzen zu tun? Sehr viel. Einst waren wir Jäger und Sammler, lebten als ziehende Völker mit der Natur, hatten ein ganz selbstverständliches Verhältnis zur Natur. Wir ehrten sie mit allem, was dazu gehörte. Tiere, Pflanzen, Menschen, Bäume, einfach alles war und ist Teil eines unendlichen Kreislaufs, Tag und Nacht, Kälte und Wärme, Sonne und Mond, Männlich und Weiblich – das Eine kann ohne das andere nicht sein. Oft liest man von Berichten, wie sehr das Leben ein Überlebenskampf war, doch wie erklären sich dann die Nachweise von selbst hergestelltem Schmuck, Ritualgegenständen, nachweislichen Anzeichen, dass schon in der Steinzeit geräuchert wurde, Instrumente, wieso brachte man so viel Energie auf, Kultstätten zu errichten, wenn das Leben ein einziger Kampf war? Wie konnte es sein, dass Menschen scheinbar zu Fuß vom Norden in den Süden und zurück wanderten um Handel zu betreiben? Wie konnte es sein, dass Rituale, Götter usw. sich auf der ganzen Welt zur gleichen Zeit ähnelten? Vielleicht war das Leben gar nicht so verdammt hart. Vielleicht hatte man Zeit für Schmuck,

Naturrituale verbinden uns mit der allumfassenden Erde. Dankbarkeit gehört dazu.

Rituale, Musik und Freizeit? Abwegig? Für uns unvorstellbar? Vielleicht lebten die Menschen in einer sicheren, sozialen Struktur, vielleicht mit maximal 30 Menschen als Sippe, die sich gegenseitig unterstützten? Doch der Mensch entwickelte auch das Bedürfnis nach Bequemlichkeit. Selbst wenn es kein Überlebenskampf war, so gab es vielleicht den Wunsch nach einer festen Bleibe. So kam alles etwas anders, als der Mensch sesshaft wurde, es schien alles einfacher zu machen. Nahrung anzubauen, Tiere zu halten, statt sie zu jagen, man wollte eine feste Behausung und die ersten Zäune zum Umfrieden waren undurchdringliche Büsche mit Dornen, später Holzpfosten.

Es gibt Dinge, die liegen tief in uns verborgen.

Was passierte? Es war das erste Abgrenzen von der Natur, der inneren und äußeren. Man zog Zäune um sich herum. Man wollte sich schützen und das was man nun sein Eigen nannte. Es gab noch Jäger, doch die blieben auch im Wald, es gab auch noch Kräuterfrauen. In meinem Hexenmedizinbuch habe ich darüber viel gelernt, was es mit Hexen eigentlich auf sich hat. Den Menschen innerhalb der Zäune wurden jene, die da draußen in der wilden Natur zu Gange waren immer unheimlicher. Zwar nahmen sie doch das Holz zum Bauen aus dem Wald, aber doch fühlten sie, dass sie in sich selbst durcheinander gekommen waren und es entstanden Ängste. Da man nicht mehr im Rhythmus der eigenen Natur lebte, sondern in jenem, den man sich neu geschaffen hat, entfremdete man sich. Die Frauen, die in der Hecke saßen um die Natur zu beobachten wurden auch „Hagazussa“ genannt. Ein Ursprung des Begriffs Hexe. Sie gingen in den Wald um Kräuter zu sammeln, vollzogen ihre Rituale und kamen mit der heiligen Medizin wieder. Ein Wissen, welches früher jede Person hatte, umgab irgendwann weniger Menschen und wurde somit unheimlich.

Der Fliegenpilz als Sinnbild für die Angst vor der Natur, doch einst war er vehrt und wichtiger Lehrmeister.

Wenn man anfängt sich mit Pflanzen zu beschäftigen, allumfassend, auch mit dem Wesen einer Pflanze, so lernen wir so unglaublich viel und mir scheint, jedes Wissen kommt immer in den passenden Häppchen. Meinen Zugang zu den Pflanzen habe ich durch die Ausflüge mit den Ponys jenseits des Zauns gemacht. In Mitten der Natur, die auch durchzogen ist von Zivilisation und der Gesellschaft, die mich ebenfalls etwas gruselt, wie andere sich vor der Natur gruseln. Beim Beobachten dessen, was die Tiere essen, wenn wir sie mal in Ruhe lassen, lösten sich bei mir auch Blockaden. Und plötzlich waren wir eine gemeinsame Herde, nicht Mensch, der das Tier beherrschen will, sondern wir waren verbunden, füreinander verantwortlich und lernten voneinander. Und mit dieser Ausstrahlung kehren wir aus dem Wald zurück, gehen durch die Dörfer, treffen auf Menschen, zaubern ihnen ein Lächeln ins Gesicht, lassen sie ebenfalls in einer Sequenz Teil haben an solch einer Begegnung, dass sich in den paar Minuten niemand ausgegrenzt fühlt. Es lehrt mich, dass wir in EINER Welt leben, alle gemeinsam. Und wir entscheiden selbst wie wir sie sehen und was wir daraus machen. Ich habe gelernt, dass jener Teil in mir, der sensibel ist, verletzlich und doch hoch empfindsam genauso da sein kann wie die Teile von denen ich denke, dass sie von mir in der Gesellschaft abverlangt werden.

Ich möchte Menschen ermutigen, sich zu trauen.

Und deshalb tue ich, was ich tue. Denn nur wenn ich das sein kann, was ich bin, kann ich das sein, was ich bin. In einer Zeit, wo wir erschlagen werden von Anzeigen wie wir in 8 Schritten zum Erfolg kommen, Millionär werden oder alle Probleme sich in Luft auflösen…entscheide ich mich heute, einen verletzlichen Teil von mir zu zeigen. Denn den tragen wir alle in uns! Und keiner muss sich dafür schämen. Diplome, Seminare, Zertifikate – was zeigen sie? Sie zeigen, dass wir gelernt haben zu lernen, was erwartet wurde, sie sind vielleicht das Ticket, welches wir brauchen um diesen oder jenen Weg rechtlich abgesichert gehen zu können, aber sie sagen gar nichts über das aus, wer oder was wir sind. Das wissen nur wir. Und so versuche ich, das zu sein was ich bin und mit dem was ich tue ein paar Menschen zu ermutigen, sich ebenfalls zu trauen.

Diesen Weg zu gehen heißt auch, seinem Schmerz ins Auge zu blicken.

Diesen Weg zu gehen bedeutet nicht, dass alles immer schön und friedlich ist. Wir erinnern uns: Das eine kann ohne das andere nicht sein. Auch jene Wut, der Schmerz, die Trauer oder Verletztheit, auch die möchte einen Platz in unserem Leben und manchmal kommen Dinge zum Vorschein an denen werden wir arbeiten müssen, die lösen sich nicht durch einmal wahrnehmen auf, sie möchten öfter und intensiver angeschaut werden. In der Zeit funktionieren wir vielleicht an anderer Stelle nicht mehr so, wie erwartet. Auch das ist ok!! Das ist dann einfach so! Wir müssen auch nicht jeden Tag wie aus dem Ei gepellt aussehen, wer sagt das? Oder wer erwartet das? Seien wir ehrlich…..

In meinem Fall geht es um die Tiere und Menschen, insbesondere Kinder, aber auch um Pflanzen, Kräuter, Bäume und alles was damit zu tun hat sowie Fotografie. So hat jeder seine Spezialgebiete. Und mit diesem „Zertifikat“ sind wir schon auf die Welt gekommen 🙂

Also – das war Teil 1 von …. ???? wieso „Heilsame Naturerlebnisse“ 🙂

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